Vi Cell Blu: Specs, Workflows, and Cryogenic Fit

by Cryonos on August 18, 2026

Am frühen Morgen zieht eine Technikerin in einer deutschen Biobank ein Kryoröhrchen aus dem Dewar. Die Probe soll nach dem Auftauen schnell geprüft werden, doch vor der Freigabe braucht das Team einen belastbaren Wert für Zellzahl und Viabilität. Genau an dieser Schnittstelle treffen Vi-CELL BLU, standardisierte Probenvorbereitung und der sicher organisierte Umgang mit Flüssigstickstoff aufeinander.

Der Vi-CELL BLU von Beckman Coulter ist ein automatisierter Zellviabilitätsanalysator. Er unterstützt die Routine, indem er Zellzählung und Viabilitätsmessung standardisiert, anstatt jede Probe manuell in der Neubauer-Zählkammer mit Trypanblau auszuwerten. Das reduziert die Abhängigkeit von individueller Pipettier- und Zähltechnik, ersetzt aber nicht die sorgfältige Probenvorbereitung.

Für eine Biobankleitung zählen deshalb mehr als die technischen Eckdaten. Entscheidend sind die tatsächliche Laufzeit, der Umgang mit aufgetauten Zellen, die Datenintegrität unter GMP oder GLP, die Einbindung in LIMS oder elektronische Aufzeichnungen sowie die laufenden Kosten für Reagenzien, Kontrollen, Service und Versorgungssicherheit in Deutschland. Auch die Umgebung muss stimmen. Wer Prozesse in einem ISO-7-Reinraumdesign und dessen Compliance plant, sollte den Analysator als Teil eines kontrollierten Gesamtworkflows betrachten, nicht als isoliertes Tischgerät.

Inside a Modern Biobank Lab

Nach der Entnahme aus dem Kryolager beginnt die kritische Phase nicht erst am Analysegerät. Die Probe muss sicher aus dem Dewar entnommen, nach dem Auftauen reproduzierbar gemischt und ohne unnötige Verzögerung gemessen werden. Bei einer Zelltherapieprobe können schon Unterschiede bei Auftauzeit, Verdünnung oder Durchmischung die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beeinflussen.

Der Vi-CELL BLU übernimmt dabei die standardisierte Messaufgabe. Er analysiert die Probe automatisiert und gibt Ergebnisse zur Zellzahl und Viabilität aus. Für den Laboralltag bedeutet das eine klarere Trennung zwischen präanalytischer Arbeit, instrumenteller Messung und Freigabeentscheidung. Die manuelle Trypanblau-Zählung bleibt als Referenz- oder Vergleichsmethode relevant, ist aber stärker vom Bediener abhängig. Eine Person kann Zellen anders mischen, die Kammer anders befüllen oder Grenzfälle anders beurteilen als eine andere Person.

Der praktische Nutzen für das Team

Ein automatisierter Ablauf schafft vor allem Wiederholbarkeit. Das ist wichtig, wenn mehrere Schichten, verschiedene Standorte oder unterschiedliche Probentypen in einem Qualitätsmanagementsystem zusammengeführt werden. Die Automatisierung macht eine schlechte Probe nicht gut, aber sie hilft, die Messung selbst kontrollierter durchzuführen.

Typische Fragen vor der Anschaffung sind:

  • Was wird gemessen? Zellzahl und Viabilität aus einer vorbereiteten Zellprobe.
  • Wie schnell läuft die Analyse? Der Hersteller spezifiziert kurze Laufzeiten, die im Tagesablauf mit aufgetauten Proben gut vereinbar sind.
  • Wie werden Proben geladen? Über ein 24-Positionen-Karussell oder einen 96-Well-Plattenworkflow.
  • Wie passt das Gerät zu Kryoproben? Die Messung findet nach der kontrollierten Entnahme und dem Auftauen statt, nicht im Flüssigstickstoff.
  • Was muss validiert werden? Probenmatrix, Konzentrationsbereich, Präzision, Akzeptanzkriterien, Datenfluss und Kontrollen.
  • Was kostet der Betrieb wirklich? Nicht nur das Gerät, sondern auch Reagenzien, Kontrollen, Wartung, Kalibrierung, Ersatzteile und mögliche Ausfallzeiten.

Praxisregel: Der schnellste Analysator nützt wenig, wenn die Zeit zwischen Auftauen, Mischen und Messen von Person zu Person stark schwankt.

Für die Biobankleitung entsteht daraus ein einfacher Grundsatz. Der Vi-CELL BLU ist ein Baustein in einer Kette, die vom Kryolager über die Probenvorbereitung bis zur elektronischen Dokumentation reicht. Wer nur die Zählgeschwindigkeit bewertet, übersieht die Faktoren, die im Betrieb die zuverlässigsten Ergebnisse sichern.

Core Specifications and Operating Modes

Für die Praxis zählen beim Vi-CELL BLU nicht nur Laufzeiten. Entscheidend ist, wie sich Normal Mode und Fast Mode in die Probenplanung, die Bildauswertung und die spätere Dokumentation einfügen. Im Normal Mode analysiert das Gerät eine Probe laut Hersteller in weniger als 130 Sekunden, im Fast Mode in weniger als 90 Sekunden, wie die Herstellerangaben zum Vi-CELL BLU ausweisen.

Beide Modi unterscheiden sich auch beim Probenvolumen. Der Fast Mode arbeitet mit 170 µL, der Normal Mode mit 200 µL. Diese Differenz wirkt klein, kann bei knappen Kryoproben jedoch die Verdünnungsplanung beeinflussen. Für eine deutsche Biobank bedeutet das: Die Arbeitsanweisung sollte festlegen, welcher Modus für welchen Probentyp gilt und wie Restvolumen, Verdünnung und Wiederholungsmessungen dokumentiert werden.

Zwei Wege für unterschiedliche Serien

Das Gerät unterstützt ein 24-Positionen-Karussell und einen 96-Well-Plattenworkflow. Der praktische Unterschied liegt deshalb weniger in der Messlogik als in der Organisation. Das Karussell passt zu wenigen, einzeln verfolgten Proben. Die Platte eignet sich für geplante Serien, Screening-Ansätze oder mehrere Bedingungen innerhalb eines Laufplans.

Vi-CELL BLU cell analyzer instrument displaying carousel mode for 24 samples and plate mode for high-throughput screening.

Die Wahl der Aufnahmeform sollte zur Probenlogistik passen. Eine kleine Freigabekontrolle nach dem Auftauen braucht vor allem klare Zuordnung und kurze Wege. Bei vielen Wells steigt dagegen der Nutzen einer vorbereiteten Plattenstruktur. Die größere Kapazität ersetzt jedoch keine Qualitätskontrolle. Jede Position benötigt eine definierte Probe, eine nachvollziehbare ID und eine dokumentierte Entscheidung, wie mit Aggregaten, auffälligen Bildern oder Wiederholungen umzugehen ist.

Was die Messung aussagt

Der Analysator unterscheidet Zellen von Hintergrundmaterial und bewertet, welche Zellen als intakt oder nicht intakt gelten. Damit liefert er Zellzahl und Viabilität, aber keine vollständige Aussage über Funktion, Phänotyp oder Eignung eines Zellprodukts.

Die Bedienperson prüft daher nicht nur das Ergebnis. Sie achtet auf homogene Suspensionen, passende Konzentrationen, Bildqualität und festgelegte Akzeptanzkriterien. Genau hier liegt ein praktischer Unterschied zur manuellen Zählkammer: Die Zählaufgabe wird standardisiert, während die Verantwortung für Probenqualität und Bewertung im Labor bleibt. Die gewählte Betriebsart beeinflusst somit auch Verbrauch, Wiederholungen und die Gesamtkosten pro verwertbarer Messung.

A Typical Measurement Workflow

Nehmen wir eine aufgetaute Zelltherapieprobe als Beispiel. Das Team entnimmt ein Kryoröhrchen nach der geltenden Sicherheitsprozedur aus dem Lagerbehälter, taut es kontrolliert auf und überführt die Zellsuspension in ein geeignetes Gefäß. Der Vi-CELL BLU kommt erst danach zum Einsatz. Flüssigstickstoff gehört nicht in den Analysator und darf nicht in den Probenpfad gelangen.

Zuerst wird die Probe vorsichtig, aber vollständig homogenisiert. Das Team sollte eine einheitliche Mischtechnik und einen festgelegten Zeitrahmen zwischen Auftauen und Messung verwenden. Anschließend wird die Probe, falls erforderlich, nach der validierten Methode verdünnt. Dabei müssen die Mitarbeitenden die Volumenanforderung des gewählten Modus berücksichtigen, also 170 µL im Fast Mode oder 200 µL im Normal Mode, wie in den Vi-CELL-BLU-Spezifikationen von Beckman Coulter angegeben.

Vom Röhrchen zum Lauf

Für wenige Proben lädt die Bedienperson das Karussell. Bei einer größeren Serie wird eine 96-Well-Platte vorbereitet. Jede Position braucht eine eindeutige Proben-ID, damit das spätere Ergebnis im LIMS oder ELN nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch korrekt zugeordnet ist.

Ein sinnvoller Ablauf sieht so aus:

  1. Probe prüfen: Auftauzustand, Volumen, sichtbare Aggregate und Beschriftung dokumentieren.
  2. Suspension mischen: Eine einheitliche Technik anwenden und die Zeit bis zur Messung festhalten.
  3. Methode auswählen: Fast Mode oder Normal Mode entsprechend der validierten Arbeitsanweisung verwenden.
  4. Positionen laden: Karussell oder Platte mit eindeutiger Zuordnung bestücken.
  5. Messung starten: Laufparameter und Probenliste vor dem Start kontrollieren.
  6. Ergebnisse prüfen: Bilder, Warnhinweise und auffällige Wells bewerten.
  7. Freigabedaten übertragen: Ergebnisse mit Audit-Trail in das vorgesehene elektronische System exportieren.

Replikate und auffällige Wells

Die Zahl technischer Replikate sollte nicht pauschal vom Gerät vorgegeben werden. Sie gehört in die Methodenvalidierung und muss zur Probenart, zum erwarteten Konzentrationsbereich und zur kritischen Bedeutung der Entscheidung passen. Ein einzelnes auffälliges Well sollte nicht automatisch gelöscht werden. Zuerst prüft die Bedienperson Mischfehler, Blasen, unvollständige Befüllung, Aggregate und die Bildqualität.

Bei sehr niedriger Zellkonzentration kann eine speziell validierte Konzentration oder Aufkonzentrierung erforderlich sein. Das Team darf die Probe dabei nicht spontan nach Gefühl verändern, weil eine zusätzliche Zentrifugation oder ein weiterer Transfer die Viabilität selbst beeinflussen kann. Jede Abweichung braucht eine dokumentierte Begründung.

Ein guter Report beginnt vor dem Klick auf „Start“. Die größte Unsicherheit entsteht oft durch uneinheitliche Probenvorbereitung, nicht durch die reine Analysezeit.

Connecting Vi-CELL BLU to Cryogenic Sample Handling

Flüssigstickstoff ist kein gewöhnliches Kühlmittel. Ein deutsches Sicherheitsdatenblatt beschreibt ihn als extrem kaltes kryogenes Medium mit einem Siedepunkt von etwa -196 °C und einem Gefrier- beziehungsweise Schmelzpunkt von ungefähr -210 °C. Diese Angaben sind im deutschen Sicherheitsdatenblatt für flüssigen Stickstoff dokumentiert.

Für die Zellprobe bedeutet das: Der Kryobehälter stabilisiert den Lagerzustand, aber der Messvorgang beginnt erst mit der kontrollierten Entnahme. Eine unnötig lange Exposition außerhalb der vorgesehenen Temperaturführung kann die Probe verändern. Nach dem Auftauen muss die Zeit bis zur Messung deshalb in der Arbeitsanweisung stehen und praktisch eingehalten werden.

A diagram illustrating the four-step cryogenic chain for cell storage, transport, and viability analysis using Vi-CELL BLU.

Vier Übergaben, ein kontrollierter Prozess

Die kryogene Kette umfasst mehrere Übergaben:

  • Lagerung: Kryoröhrchen bleiben im vorgesehenen Flüssigstickstoffsystem und werden nur für einen definierten Arbeitsschritt entnommen.
  • Entnahme und Auftauen: Das Personal arbeitet nach einer validierten Methode, die Verwechslungen, unnötige Wartezeiten und unkontrollierte Temperaturwechsel begrenzt.
  • Transport: Für innerbetriebliche oder externe Transporte werden geeignete Kryobehälter und dokumentierte Übergabepunkte verwendet.
  • Analyse: Nach der Probenvorbereitung liefert der Vi-CELL BLU die Zellzahl- und Viabilitätsdaten als Qualitätskontrollpunkt.

Für Biobanking- und Stammzellprozesse kann die kryogene Lagerung für Biobanking und Stammzellforschung als ergänzende Orientierung zur Gesamtlogik der Kette dienen. Die Analyse ersetzt dabei keine Temperaturüberwachung und keine Sicherheitsfreigabe.

Sicherheit beim Umgang mit Stickstoff

Verschütteter Flüssigstickstoff verdampft in einer deutlich wärmeren Umgebung wie +20 °C sofort und dehnt sich auf etwa das 700-Fache seines Flüssigkeitsvolumens aus. Eine deutsche Sicherheitsanweisung der Universität zu Lübeck erklärt, dass dadurch sauerstoffreiche Luft verdrängt werden kann. Deshalb sind ausreichende Lüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und eine standortbezogene Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Die Sicherheitsanweisung zum Umgang mit Flüssigstickstoff beschreibt diesen Zusammenhang.

Die kurze Analysezeit des Vi-CELL BLU ist in diesem Umfeld praktisch, weil das Team die vorbereitete Probe zügig messen kann. Sie rechtfertigt aber keine Abkürzung bei der Entnahme, beim Auftauen oder bei der Raumfreigabe. Der Analysator ist das Messglied der Kette, nicht deren Sicherheitskonzept.

Performance Metrics and Validation in Regulated Labs

Im Routinebetrieb zeigt sich, ob ein Vi-CELL BLU mehr leistet als eine einzelne Messung. Für ein deutsches reguliertes Labor muss die Methode zur konkreten Probe und zur daraus folgenden Entscheidung passen. Im Mittelpunkt stehen Richtigkeit, Präzision, Linearität, Stabilität und die dokumentierte Einhaltung der festgelegten Anforderungen.

Richtigkeit beschreibt die Übereinstimmung mit einer geeigneten Referenz oder Vergleichsmethode. Präzision zeigt, wie eng wiederholte Messungen unter definierten Bedingungen beieinanderliegen. Linearität prüft die konsistente Reaktion über den für die Anwendung relevanten Konzentrationsbereich. Stabilität untersucht, wie die Methode auf kontrollierte Änderungen bei Bedienung, Probe oder Ablauf reagiert. Diese Prüfung ist vergleichbar mit einem Belastungstest: Nicht nur der Normalbetrieb zählt, sondern auch das Verhalten bei begrenzten Abweichungen.

A list of five essential performance metrics for regulated laboratories including accuracy, precision, linearity, robustness, and compliance.

Was in IQ und OQ gehört

Bei der Installationsqualifizierung wird dokumentiert, dass Gerät, Software, Zubehör und Standort den festgelegten Anforderungen entsprechen. Die Funktionsqualifizierung prüft anschließend, ob die vorgesehenen Funktionen im Betrieb erwartungsgemäß arbeiten.

Eine praktische Qualifizierungsakte kann folgende Punkte enthalten:

  • Geräteidentität: Seriennummer, Softwarestand, Standort und verantwortliche Rollen.
  • Reagenzienannahme: Identität, Freigabestatus, Lagerung und Verfallsdaten.
  • Kontrollen: Verhalten der Vi-CELL-BLU-Kontrollen und definierte Systemtauglichkeit.
  • Methodenparameter: Probenvolumen, Modus, Verdünnung und relevante Auswertungseinstellungen.
  • Datenfluss: Export in LIMS, ELN oder elektronische Chargendokumentation.
  • Abweichungen: Vorgehen bei Warnungen, Bildartefakten, fehlenden Wells oder Wiederholungsmessungen.

Kontrollen gehören zum Verbrauchsmittelkonzept und damit in die laufende Beschaffungsplanung. Für die Abgrenzung von Installations-, Funktions- und Leistungsqualifizierung bietet die Performance Qualification für Laborgeräte eine passende Orientierung.

Datenintegrität unter 21 CFR Part 11

Beckman Coulter stellt die Software und das System des Vi-CELL BLU als 21 CFR Part 11 compliant dar. Für deutsche GMP- und GLP-Umgebungen ist relevant, wie Benutzerverwaltung, elektronische Signaturen und Audit-Trails in die eigene Datenintegritätsstrategie eingebunden werden. Die Eignung am Standort entsteht erst durch Risikoanalyse, Konfiguration, Validierung und Verfahrensdokumentation.

Akzeptanzkriterien sollten vor der Routine feststehen. Dazu zählen zulässige Abweichungen bei Kontrollmessungen, Wiederholungsregeln, der Umgang mit Ausreißern und Vorgaben für die Ergebnisfreigabe. Regelmäßig geprüfte Kontrolldaten helfen dem Team, Veränderungen im Messverhalten zu erkennen, bevor ein auffälliger Trend eine Produktentscheidung beeinflusst.

Maintenance, Calibration, and Total Cost of Ownership

Bei einem deutschen Biobankbetrieb zeigt sich der Gerätewert nicht am Kaufpreis allein. Über den geplanten Nutzungszeitraum zählen Reagenzien, Kontrollen, Verbrauchsmaterialien, Wartung, Kalibrierüberprüfungen, Serviceeinsätze, Ersatzteile und mögliche Stillstandszeiten. Diese Kosten beeinflussen auch die Versorgung kryogener Bestände, wenn Messungen vor dem Einfrieren, nach dem Auftauen oder vor einem Transport in Flüssigstickstoff zeitkritisch sind.

Die Reagenzienversorgung braucht besondere Prüfung. Beckman-Coulter-Seiten weisen darauf hin, dass Produkte nicht in allen Ländern verfügbar sind. Regionale Beschaffung, Lieferfähigkeit und die Freigabe von Alternativen werden damit zu Betriebs- und Compliance-Themen. Bei einem gebrauchten Vi-CELL BLU sollten Wartungshistorie, Softwarestand, Zustand der fluidischen Komponenten und Ersatzteilversorgung vor dem Kauf dokumentiert werden.

Welche Kosten im Modell erscheinen sollten

Kostenkategorie Typischer Kostentreiber Planungserwägung
Reagenzien Verbrauch pro Messung und Lieferfähigkeit Bedarf anhand des realen Probenplans modellieren, nicht nur anhand der Gerätekapazität
Kontrollen Wiederkehrende Systemtauglichkeitsprüfungen Chargen, Lagerung und Freigabestatus in die Qualitätssysteme aufnehmen
Verbrauchsmaterialien Einwegkomponenten und Probenvorbereitung Mindestbestände und zugelassene Bezugsquellen definieren
Wartung und Kalibrierung Präventive Arbeiten, Prüfungen und Serviceeinsätze Intervalle, Verantwortlichkeiten und Nachweise vertraglich klären
Ausfallrisiko Stillstand, Ersatzgerät oder externe Messung Zeitkritische Freigaben und Notfallwege bewerten
Ersatzteile und Support Verfügbarkeit, Anfahrt und technische Kompetenz Versorgung in Deutschland und angrenzenden Ländern prüfen

Ein präventiver Wartungsplan verschiebt Arbeiten aus der Störung in die planbare Betriebszeit. Die Übersicht zu präventiven Wartungsprogrammen für IT erläutert dieses Grundprinzip. Für den Vi-CELL BLU müssen konkrete Intervalle und Prüfungen jedoch aus Herstellerunterlagen, Vertrag und validierter Arbeitsanweisung stammen.

Beschaffungsfrage: Welche Folgen hat ein fehlendes Reagenz, wenn der Analysator für eine Freigabe vor der kryogenen Einlagerung benötigt wird?

Eine Total-Cost-of-Ownership-Analyse sollte mehrere Szenarien abbilden. Die Basisvariante erfasst den normalen Verbrauch. Eine weitere berücksichtigt Lieferverzögerungen, zusätzliche Kontrollen und Serviceeinsätze. Das Ausfallszenario prüft, ob Ersatzgerät, Partnerlabor oder ein manueller Rückfallprozess erforderlich ist. So wird sichtbar, ob niedrige Anschaffungskosten später durch Versorgungsrisiken und Unterbrechungen steigen.

Integration Service and Compliance Support Options

Deutsche Labore können den Service für einen Vi-CELL BLU unterschiedlich organisieren. Der direkte Herstellerservice bietet typischerweise den engsten Zugang zu Originalteilen, Herstellerwissen und offizieller Dokumentation. Ein autorisierter Partner kann regionale Nähe und praktische Verfügbarkeit verbinden. Ein lokaler Drittanbieter kann kostenseitig interessant sein, verlangt aber eine genaue Prüfung von Qualifikation, Ersatzteilen, Softwarezugang und Dokumentationsfähigkeit.

Die richtige Wahl hängt vom Risikoprofil ab. Ein GMP-Betrieb mit kritischen Freigabemessungen braucht nachvollziehbare Reaktionswege und qualitätskonforme Serviceberichte. Ein Forschungsbereich mit weniger zeitkritischen Messungen kann einen anderen Kompromiss zwischen Kosten, Reaktionszeit und Ersatzteilzugang akzeptieren.

Integration in die elektronische Umgebung

Vor der Bestellung sollte das Team klären, wie Ergebnisse aus dem Gerät in LIMS, ELN oder elektronische Chargenprotokolle gelangen. Wichtige Fragen betreffen das Exportformat, die Proben-ID, Benutzerrechte, Audit-Trail-Anforderungen, elektronische Signaturen und die Dokumentation für die Validierung des Datenflusses.

Auch der Kryogenik-Teil des Prozesses braucht klare Zuständigkeiten. Für den Straßentransport in Deutschland wird Flüssigstickstoff unter UN 1977 geführt. Die einschlägigen ADR-Sondervorschriften betreffen Kühl- oder Konditionierungsmittel, die eine Erstickungsgefahr verursachen können; eine deutsche ADR-Quelle nennt in diesem Zusammenhang die 1000-Punkte-Regel und eine maximal zulässige Menge von 1000 kg. Diese Angaben stehen in der deutschen ADR-Information zu UN 1977.

Für den Arbeitsplatz gilt eine separate, praktische Regel. Eine deutsche Hochschulanweisung verlangt, dass Flüssigstickstoff nur in Dewargefäßen transportiert wird. Eine weitere deutsche Transportanweisung stellt klar, dass geeignete kryogene Behälter erforderlich sind und ein Transport im Pkw nicht zulässig ist. Die Arbeitsplatzanweisung der Universität Münster sollte gemeinsam mit der lokalen Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.

Lieferanten sinnvoll vergleichen

Prüfen Sie nicht nur den Preis, sondern auch:

  • Serviceumfang: Wer führt Wartung und Kalibrierüberprüfung durch?
  • Dokumentation: Welche Berichte, Zertifikate und Qualifizierungsunterlagen werden geliefert?
  • Kryogenik-Kompetenz: Kann der Anbieter passende Dewars und Transporteinheiten für die Probenkette unterstützen?
  • Notfallplanung: Welche Ausweichlösung besteht bei Lieferengpässen oder Geräteausfall?
  • Standortabdeckung: Wie werden deutsche und grenznahe Laborstandorte betreut?

In diesem Umfeld ist Cryonos GmbH ein Anbieter für kryogene Lager- und Transportausrüstung, darunter Dewars, Stickstoffspeicher und Transporteinheiten, mit Sitz in Deutschland. Das Unternehmen bietet außerdem Zubehör, Behälterverwaltung und Vor-Ort-Service an. Es ist nicht als Vi-CELL-BLU-Hersteller einzuordnen, kann aber bei der Planung der kryogenen Infrastruktur rund um den Analyseprozess relevant sein.

Decision Checklist for Adopting Vi-CELL BLU

  • Durchsatz: Passen Karussell und 96-Well-Workflow zum tatsächlichen Probenaufkommen?
  • Probenarten: Sind aufgetaute Zelltypen, Konzentrationen und Matrizes validiert?
  • Kryokette: Sind Entnahme, Auftauen, Transport und Lüftung schriftlich geregelt?
  • Compliance: Lassen sich Kontrollen, Audit-Trail und elektronische Signaturen in das Qualitätssystem integrieren?
  • TCO: Sind Reagenzien, Kontrollen, Wartung, Ersatzteile und Ausfallrisiken für drei bis fünf Jahre kalkuliert?
  • Service: Gibt es einen belastbaren Ansprechpartner mit dokumentierter technischer Kompetenz?
  • Sicherheit: Wird Flüssigstickstoff ausschließlich in geeigneten Dewargefäßen transportiert, niemals im Pkw, und ist ausreichende Lüftung gewährleistet?

Der Vi-CELL BLU lohnt sich besonders dann, wenn Gerät, Verbrauchsmittel, Validierung und kryogene Umgebung gemeinsam geplant werden. Beginnen Sie die Beschaffung deshalb mit einem Prozessmapping vom Dewar bis zum freigegebenen elektronischen Ergebnis.


Cryonos GmbH unterstützt Laboratorien mit kryogenen Lager- und Transportlösungen, darunter Dewars, Transporteinheiten, Sicherheitsausrüstung und Behälterverwaltung für biologische Proben. Wenn Sie die Flüssigstickstoffkette rund um Ihren Vi-CELL-BLU-Workflow prüfen möchten, besuchen Sie Cryonos GmbH und vergleichen Sie passende Ausrüstung für Lagerung, Transport und sichere Handhabung.

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